Eine Sache der Perspektive - Warum wir nichts von Prachtguppy halten

Große Flossen? Riesige Weibchen? Unmengen an Jungtieren? Knallige Farben? Nichts, was wir an einem Guppy brauchen

 

 

Was will man mit einem überflossten Guppy, der kaum sein natürliches Verhalten zeigt, weil er damit beschäftigt ist, sein Flossengewebe aufrecht zu halten? Ein Tier, dass sich krümmt, weil die Flosse ihn einfach zu sehr nach unten zieht? Was will man mit Guppyweiber, die so schnell so groß gezogen werden, dass sie oft viel zu früh durch die Menge an Nachwuchs kaputt gehen? Richtig - Nichts, wenn man im Sinne des Tieres handeln will.

 

Verwundert bin ich oft über die Gesichter der Kunden, wenn ich sie in einem kleinen Gespräch erzähle, das ihre gerade eingepackten Triangel Yellow Flame Dragon, Big Tail Flamingo red und Konsorten so nicht in der Natur vor kommen. Und bei der Aussage "Die Weibchen da mit den roten Schwänzen sind aber nicht so farbig" die Augen groß werden, wenn ich ihnen wilde Weibchen erkläre und/oder Zeige. Auch die vielen Tiere mit Flossenschmelze oder -Fäule, die Abgemagerten "Krüppel" und viel zu Fetten Weibchen.... Es wäre zum heulen, wenn es nicht so witzig wäre. Denn es zeigt nicht nur, dass das Interesse der Tiere sich nur und ausschließlich auf das Äußere fixieren, sondern auch die schönen Wilden langsam in Vergessenheit geraten.

Negativbeispiel. Foto von Stefan Stößel

Auch bei Hochzuchtguppy gibt es Grenzen der Zucht, die man einhalten sollte, oft aber nicht beachtet werden. So ist doch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Körper und Flosse eines Triangelguppy genauso wichtig wie das eines Halfmoon - Kampffisches?

 

Für uns alles keine Option, überhaupt darüber nachzudenken, denn solche Tiere kommen und nicht ins Haus! Neben wenigen Wildformähnlichen haben und lieben wir unsere Wildguppy. Denn sie präsentieren jeden Tag, weshalb sie auch ohne die oben genannten Dinge einfach wunderschön - wenn nicht sogar noch schöner - sind.

 

Denn hier wird sich noch richtig Mühe gegeben. Das Männchen Balzt, krümmt sich, ja verändert sogar sein komplettes Farbkleid! Hier zu sehen ein wilder Poecilia Reticulata, eine Fundortvariante aus Kolumbien, einer meiner ältesten Stämme, erworben von Of Aquaristik Germany von Oliver Frank 

 

Und ist dieser so richtig in... Liebeslaune, dann Färbt sich sein Körper mehr in ein Magenta mit etwas Grün und seine Caudale bekommt einen richtig tief schwarzen Balken an der Unterseite. Zu schön, um es richtig auf Bilder zu bekommen.

Dann wird geflitzt, gekrümmt, gebalzt und alles dafür gegeben, dem Weibchen zu imponieren. Klappt dies, so kann man sich bald auf Nachwuchs freuen, welcher hier aber mit etwa 20 - 30 Jungen wesentlich kleiner ausfällt, als bei den Heutigen Hochzuchten. Unempfindlich, je mehr Mulm im Becken, umso glücklicher - DAS sind Guppy 

 

Un mal ehrlich, schaut ihn euch an: Kleine 2,5 cm Groß und trägt sein kleines Flossenkleid mit Stolz und Würde. Wie kann man da nicht schwach werden und zu überflossten Tieren greifen? 

 

Doch für alle, die sich für Wildguppy interessieren, möchten wir ans Herz legen: Haltet sie rein. Mischt sie bitte nicht mit anderen Guppy, denn nur so bleibt ihre Schönheit erhlten. Und nur so kann man vielen anderen zeigen, wie schön die Wildformen doch ein können. Es wäre schade, wenn auch aus diesen reinen Tieren irgendwann Flossenmonster werden würde.

Das Schönste an diesem Text ist, was Sie daraus machen!

 

 

Na, neugierig? Dann schaut mal hier vorbei :)

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